In Arbeit …

Die Arbeit hört ja bekanntlich nicht auf. Leider auch nicht die, die im Wesentlichen zu meinem Broterwerb beiträgt. Damit mir die Zeit bis zum nächsten Roman/Thriller (ja, die Idee ist bereits da) deshalb nicht zu lang wird, schreibe ich die eine oder andere fiese, kleine Story. Wenn genug zusammen gekommen sind, werden sie (sehr wahrscheinlich) unter dem Titel Böse Geschichte: Scary Fail Tales auf den Markt kommen.

Einige dieser Geschichten sind als eBooks bei Amazon erhältlich, z.B.

Ausgeschlafen
Ich reagiere nur selten auf das, was Schwester D. zum Besten gibt, denn es hätte wenig Sinn. Schwester D. ist hier nicht der Boss.
„Komm, Sigmund. Leiste unserem Gast ein wenig Gesellschaft“, sagt sie in den Flur hinein, dann fällt die schwere Tür zurück ins Schloss. Nach einer Weile öffne ich die Augen und hebe meinen Kopf. Auf dem Hocker neben meinem Bett sitzt eine dicke apart getigerte Katze und mustert mich mit stoischem Blick.
„Das wäre wirklich nicht nötig gewesen“, sage ich.
„Immerhin haben wir dich nicht umgebracht“, sagt die Katze.
Jeder Katzenbeherger hat sich schon einmal gefragt, ob diese genusssüchtigen, verfressenen Pennsusen tatsächlich von unserem Planeten stammen, oder ob es sich nicht in Wirklichkeit um Aliens handelt, die unbemerkt in ihre Körper geschlüpft sind, um sich von uns nach Strich und Faden verwöhnen zu lassen. Der Held unserer Geschichte hat es herausgefunden. Pech für ihn.

Götterdämmerung
«Interessierst du dich überhaupt noch für irgend etwas um dich herum?»
«Wie meinst du das denn?»
«Ich meine, was deine Mitmenschen so treiben, was sie tun und lassen?»
«Warum sollten mich meine Mitmenschen interessieren. Ich bin Politiker.»
Walter Keiler ist kurz davor den Chefsessel des nordrhein-westfälischen Olymps zu besteigen, als ihm ein kleines Missgeschickt passiert, dann noch eins und noch eins und noch eins. Es gehört zur politischen Alltagskultur, dass sich unsere Volksvertreter den einen oder anderen Fauxpas erlauben, aber was ist, wenn einem auf einmal alles passiert, an einem einzigen verdammten Tag?

Kollegentreffen
„Der Gegenstand war unzweifelhaft als das erkennbar, was von einer toten menschlichen Hand übrig bleibt, wenn man sie für längere Zeit vergräbt. In diesem Fall handelte sich offensichtlich um die Hand einer Frau, weniger ob der Größe als vielmehr wegen der langen Fingernägel in dunklem Rot, die zumindest bei drei Fingern vergleichsweise gut erhalten waren. Obwohl die Haut dunkel, fast schwarz war, glaubte der Mann nicht, dass es sich um eine Person mit Migrationsgeschichte handelte, denn aus toter weißer Haut wird unter gewissen Umgebungsbedingungen irgendwann immer tote schwarze Haut.“
Seit die Branche der Serienkiller – nicht zuletzt aufgrund der großen publizistischen Aufmerksamkeit, die ihr seit Jahren zukommt – boomt, wird es für den einzelnen Serienkiller immer schwieriger, die Überbleibsel seiner schaurigen Passion zu entsorgen, denn passende Endlager sind knapp. Kommt es ob dieses offensichtlichen Mangels an Möglichkeiten zu Interessenkollisionen, sollte deshalb in erster Linie eins im Vordergrund stehen: Kollegialität.

Interview mit einer Vampirin
«Warum hast du mich gefesselt. Hattest du Angst, ich könnte gewalttätig werden? Ich bin nämlich nicht gewalttätig, ich bin eher der sanfte Typ.»
«Das habe ich gleich gespürt, Joachim.» Antoinette beugt sich vor und küsst ihn auf die Nasenspitze. Ihre lange Haare streichen sanft über seine Brustwarzen und kitzeln ihn. «Es ist mehr wegen mir. In gewisser Weise bin ich die Gewalttätige.»
Als Joachim eines Abends auf einen Absacker ins „Carussell“ kommt, ist er mehr als angetan, dort außer den üblichen Vertragstrinkern auch einer appetitlich aussehenden blonden Frau zu begegnen. Nachdem das Gespräch in Gang gekommen ist, erfährt er zu seiner großen Erheiterung, dass sein apartes Gegenüber eine Vampirin zu sein scheint. Behauptet sie zumindest. Aber Vampire gibt es nicht. Oder doch?

Interview mit einer Vampiren II
«Oh Mann, was war das denn Gutes? – Sag mal, Antoinette, gibt's noch 'n Nachschlag?»
«Später, Joachim. Du musst dich erst daran gewöhnen.»
«Gewöhnen? Warum gewöhnen? Was war das denn für ein Zeug?»
«Weißt du das wirklich nicht?»
«Echt nicht. Aber es ist auf jeden Fall das Leckerste, was mir je untergekommen ist – Weizenbier eingeschlossen.»
«Ab jetzt ist es dein Lieblingsgetränk.»
«Schön. Hat mein Lieblingsgetränk auch einen Namen?»
«Ja. – Blut.»
Als Joachim aus der Gefrierschockstarre erwacht, stellt er zu seiner nicht gelinden Überraschung fest, dass er sich zwischenzeitlich vom toten Lebenden zum lebenden Toten gemausert hat. Aber warum hat ihn Antoinette, diese kleine Blutsaugerin überhaupt wieder aufgetaut? Joachim wird es in Kürze erfahren.



 

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